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Schutzimpfung › Fluch oder Segen

Gastartikel von Lieselotte Pliem

Sind Schutzimpfungen unnötig oder gar ein Fluch? Gerade in Zeiten der Coronakrise wird in den Medien ständig über das Impfen geschrieben. Doch vom Segen liest man in sehr wenig. Dafür umso mehr von Fluch, Verletzung, Ausbeutung, abhängig machen wollen, absichtlich Tote und Schwerkranke in Kauf nehmen wollen und das weltweit! Errinnern wir uns nicht mehr an reale Zustände?

Immun durch Impfung

Von Wundstarrkrampf hören wir heute kaum. Cholera, Typhus und Pocken sind weit weg. Kinderkrankheiten gibt es laut vielfacher Meinung, sowieso nicht. Auch die Zeckenimpfung braucht heutzutage niemand mehr.

Zecken Schutzimpfung

Doch erinnere ich mich an einen blitzgescheiten Arbeitskollegen meines Chefs. Auch Zahnarzt und die Welt lag ihm zu Füßen. Eine eigene Praxis, eine intelligente Frau und bildhübsche Zwillingsmäderln an seiner Seite.

Bis zu einer Waldwanderung, quer durch viele Wiesen. An den Anruf seiner Frau, dass er wegen hohen Fiebers seinen Termin bei uns nicht einhalten könne. Ich erinnere mich an das Mitfiebern unseres Teams.
An die Diagnose. An das Hoffen und Bangen.

Wegen einer kleinen Zecke lag er nun in seinem Bett, unfähig geworden für alles, was junge Menschen ganz selbstverständlich erleben wollen.

Unser Chef war geimpft. Der Freund hatte ihn, ob dessen Impfwilligkeit, stets belächelt und gehänselt. Auch wir hatten Impfungen nie recht ernst genommen.

Bis hin zu diesen schrecklichen Tagen.

Kinderlähmung – Polio-Impfung

Meine Augen könnten übrigens besser sein, wäre ich als Kind gegen Masern geimpft worden.

Über ein Erlebnis möchte ich noch berichten, obwohl es schier unendlich viele andere Bereiche gibt, die mit einer Impfung ihren todbringenden oder entstellenden Stachel, verloren haben.

Viele Menschen waren weltweit von der Kinderlähmung betroffen und erst Anfang der 1960er begann sich der Horror, den die betroffenen Erwachsenen und Kinder durchleben mussten, dank der Polio-Impfung, zu lösen.

Weltweit atmete die Menschheit auf! Wohl nur vergleichbar mit der Erfindung des Penicillins.

Auch das Salzkammergut war schwer vom Fluch der Kinderlähmung betroffen. Auch ganz nah bei meiner Familie, im Bereich Mühlreith und Heimreith. Meine Großeltern Leopold und Hedwig haben jeden Tag um ihre, damals noch drei Kinder, gebangt.

Doch war ihr Hoffen vergebens.

Noch heute höre ich die zitternde Stimme meiner Großmutter im Ohr. Ich war noch sehr jung, wie ich sie gebeten habe, mir zu erzählen, wie das damals mit meinem Onkel passiert ist. Nie wieder habe ich so viele Tränen über ihre Wangen laufen gesehen.

Das Wetter war schön, wie es ihren kleinen Buben erwischt hatte. Wie bei allen anderen begann es mit hohem Fieber, das nicht weichen wollte. Tagein, tagaus und alle Nächte war sie an seinem Bettchen gesessen, sooft es ihre Zeit als Bäuerin erlaubte. Der Vater und die Knechte hielten die beiden anderen Kinder fern.

Sämtliche Ärzte gaben dem Kleinen keine Überlebenschance. Soviel Hoffen. Soviel Bangen, soviel Beten … und er überlebte doch!

Nur konnte er seine rechte Hand und den rechten Fuß nicht mehr gebrauchen. Beide verkümmerten immer mehr und die damit verbundenen Schmerzen verfolgten ihn sein ganzes Leben lang! Doch waren sein Kopf, seine Lernbegierde, wie ein Wunder! Sein Wille, zu schaffen, was er sich vornahm, stets unbeugbar! Trotz der unendlich vielen Steine und Rückschläge!

Er schaffte geradezu unendlich viel! Nicht selten mehr, wie Menschen ohne Handicaps. Was alles hätte sich doch entwickeln können, wäre schon damals ein Polio-Impfstoff vorrätig gewesen?

Ja, ich hab meine Kinder impfen lassen. Stets abwägend, stets vieles überdenkend und informierend.

Auch kenne ich niemanden, der Impfschäden erlitten hat oder dessen Familienmitglieder durch Impfungen geschädigt worden sind. Dass es zu Komplikationen kommen kann, hab ich in vielen Publikationen nachgelesen und selbstverständlich leugne ich diese Tatsachen nicht. Doch sehe ich auch all jene, die heute gesund erwachsen geworden sind.

Dies ohne Impfschutz so, womöglich nicht hätten erleben dürfen. Ich sehe gesunde und kranke Menschen, aus vieler Herren Länder, auf Wiens Straßen.

Ich freue mich über jeden Gesunden und bei so manchem Kranken muss ich erkennen, dass da viel versäumt worden ist. Nicht wegen Nachlässigkeiten! Nein, sondern dem Fehlen von Möglichkeiten.

Überlegen wir bitte, bevor wir urteilen oder gar Schuld zuweisen. Überlegen wir und handeln wir nach bewusstem Abwägen von Risiken! Jedes, wirklich jedes Leben ist einfach zu kostbar!

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