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Österreichische Dialekt

Na klar, in Österreich wird Mundart gesprochen. Der österreichische Dialekt hat viel mit dem Bayrischen gemeinsam. Die Ausnahme bildet hier Vorarlberg. Die Vorarlberger stehen sprachlich dem Schwäbischen näher.

Durch den ständigen Kontakt mit den vielen Völkern der Habsburger-Monarchie aber auch mit den Nachbarländern flossen viele sprachliche Elemente und Eigenheiten in das Österreichische ein, die in Norddeutschland weitgehend fremd sind.

Der Dialekt entwickelte sich im Laufe der Zeit in jeder Region ein wenig anders und ist auch ein Teil des Charmes dieses Landes.

Langenscheidt- und Mundartlexikon

Gerne dürfen Sie uns Mundartwörter zusenden, die dann in die Liste aufgenommen werden.

A

  • aba, ober [owa] = herunter
  • abistessen [obistessen] = hinunterstoßen, in einem Zug austrinken
  • Adabei = Wichtigtuer, auch dabei
  • aldann [oisdonn] = also dann
  • Ampa = Eimer
  • apa, aper, ausgapascht = schneefrei
  • aschtling = rückwärts, von hinten
  • auffi = hinauf
  • ausfratscheln = ausfragen
  • ausgsteckt is = Anzeige mit einem Zweig, dass der Heurige geöffnet hat

B

  • benzn = betteln,
  • bisserl, bissl = ein wenig
  • blad = dick
  • brockn = pflücken
  • büsln = schlafen
  • Busserl, Bussl = Küsschen

D

  • daboatn = auf etwas innerhalb einer gewissen Zeit warten und das gewünscht Ergebnis trifft dann ein
  • Dasig = benommen
  • Deka = 10 Gramm
  • deppart = dumm
  • Dippi = Beule
  • Dirndl = Mädchen, Frau
  • Divan = Sofa
  • Doppler = 2 Liter Flasche
  • drawi(gi) = es eilig haben
  • drentn = dort drüben (siehe auch [entn])
  • Dulliöh = Rausch
  • Duttldsant = Milchzähne

E

  • eh = ohnehin
  • einschichtig [oaschichtig] = einsam, abgelegen
  • entn = dort drüben (siehe auch [drentn])
  • Kartoffel = Erdäpfel

F

  • fad = langweilig
  • Falott = Gauner
  • fain [fein / föhln] = fehlen (siehe auch [obgeh])
  • feigeln = sekkieren, ärgern, aber auch wenn etwas schwer gelingt
  • fensterln = Nachts bei seiner Angebeten durchs Fenster steigen
  • fesch = hübsch
  • Fetzen [Fetzn] = Tuch, Rausch
  • fladan = stehlen, entwenden
  • Flitzn = Durchfall
  • fratschln = jemanden über etwas ausfragen
  • Frittate = geschnittene Pfannkuchen
  • fruatlengs = wenigstens, nicht einmal…
  • fuxn = ärgern, necken oder auch sekkieren, aber auch wenn etwas schwer gelingt

G

  • gach = schnell
  • gaschtln = im Garten arbeiten
  • Gatsch = Matsch
  • Gatzl = kleine Schöpfkelle
  • Gfoifaz = Verriegelung einer alten Tür – Holzschieber
  • Gneitig = besonders eilig
  • Gluf = Sicherheitsnadel
  • Glump, Glumpat = wertloses Zeug
  • Goscherl, Goschn = Mund
  • grauslich, grausig = ekelhaft
  • Greistling = Preiselbeer
  • Grantig = schlech gelaunt
  • Groamat = zweites Heu (Ernte) im Sommer
  • Gügglar = Gockelhahn
  • G´stanzl = lustiger Liederreim

H

  • Habara [Hawara] = Kumpel, Freund
  • hatschn = gehen, meistens in Verbindung mit hinkend gehen
  • Haxn = Füße, Beine
  • Heiti = schlofn
  • Herest = Herbst
  • Hoagoscht = miteinander Redn
  • Hoiz = Holz

I

  • iwahaps = ungefähr, cirka

K

  • keppeln = schimpfen
  • klauben = pflücken, aufsammeln
  • knotzen = herum lümmeln
  • kraxeln = klettern
  • Krügerl = 0,5 Liter Bier
  • Kukuruz = Mais
  • kusch = halt den Mund

L

  • Lackerl = Pfütze, kleine Menge Flüssigkeit
  • Lapp [Lopp] = einfältiger Mensch
  • Lassing = Frühling
  • leiwond = toll, ausgezeichnet

M

  • marod = geschwächt
  • Matura = Abitur
  • mext = willst du, möchtest du
  • Monaleit, Mandl = Mann

N

  • Noagarl trinkn = Reste austrinken
  • Neimfi = knapp vorbei
  • netta = nur
  • notig = arm, in Not

O

  • Obers = süße Schlagsahne
  • obgeh = abgehen / fehlen
  • owi = hinunter

P

  • Paradeiser = Tomate
  • patschert [botschat] = ungeschickt
  • pflanzn = foppen
  • Pfoat = Hemd (Trachtenhemd)
  • Pfusch = Schwarzarbeit
  • picken = kleben
  • plauschn = plaudern
  • pomalig = langsam, stressfrei
  • Powidl = Pflaumenmus
  • pressierts = es eilt sehr
  • Putzerei = Reinigung

R

  • rass = scharf, feurig
  • raunzn = jammern
  • rean = weinen
  • resch = knusprig

S

  • Sackerl = Papier- oder Plastiktüte
  • Scheibtruchn = Schubkarren
  • schiach = hässlich
  • schiaga = fast, beinahe
  • Schochn = Wald
  • Seichn, Seichei = Küchensieb
  • seig scho = das schon
  • Servus = ein Gruß
  • Soafn, Safn = Seife
  • stad = still, ruhig
  • Stamperl = kleines Schnapsglas
  • stedln = genau schauen, beobachten
  • Stoppl = Weinkorken oder Stöpsel
  • Strankalan = grüne Bohnen
  • strawanzen = sich herumtreiben

T

  • Trafik = Tabakladen
  • tramhapert = geistesabwesend wenn noch nicht ganz munter, verträumt
  • Tetschn = Ohrfeige
  • Topfen = Quark
  • Tscherfl = alter Schuh
  • Tschick = Zigarette
  • Tschoch = Mühe, wenn etwas anstrengend ist

V

  • vakutzen = sich verschlucken

W

  • wuzeln = wickeln, drehen

Z

  • Zipp = Reisverschluss
  • zizerlweis = in kleinen Schritten
  • zlegn = etwas zerlegen
  • znaxt = vor einiger Zeit, neulich
  • zuagroast = hierher verzogen, zugereist
  • zufleiß, zfleiß = absichtlich
  • Zugin, Zugan = Ziehharmonika
  • zwida = schlecht gelaunt
  • Zwidawurzn = schlecht gelaunter Mensch

15 Kommentare bei “Österreichische Dialekt”

  1. Wie schreibe ich in der Mundart: Mia olli ham Di va Herzn gern od. i pfeif a Liad fia Di. Hab ich was falsch geschrieben.
    Bitte um Antwort, danke im VR. lg. Franz Feichtinger Laudach 7 4817 St. Konrad

  2. Hallo, würde gerne unsere Hochzeitseinladung in Mundart schreiben und bei einem Wort bin i mir nicht ganz sicher, bitte um Hilfe.

    und Ihr dürft nicht dabei nicht fehlen!
    und Ihr derft´s dabei ned föehn oder föhn ( ich weiß nicht wie man fehlen übersetzt ohne das man Föhn liest. 🙂

    danke lg Doris

    1. Griaß di Doris;
      es ist echt nicht ganz einfach, damit das „föehn“ nicht nach Föhn klingt. Wo ich herkomme aus dem Salzburgerland würde es sowieso „fain“ heißen.

      Aber Vorschlag: Wie wär es mit obgeh (abgehen) als Synonoym für fehlen?

      Kreative Grüße Peter

  3. ich suche nach dem begriff heping (korrekte schreibweise unbekannt) bedeutet quirliges mädchen. herkunft und bedeutung würde mich interessieren.

    1. Guten Morgen Roswitha,
      das Wort „heping“ ist mir jetzt kein Begriff. Aber vielleicht kann jemand anderes hier helfen bzw wenn ich mehr in Erfahrung bekomme, werde ich es bekanntgeben. Beste Grüße, Peter

  4. Ich kenne den Ausdruck von meinem Großvater, allerdings nicht in Zusammenhang mit einem
    Mädchen.
    Die Erdkröte wurde von ihm als „Heb-ben“
    bezeichnet (ich schreibe es mit Bindestrich, um die
    Aussprache zu verdeutlichen!).
    Sicher nicht: Hepping!!!!!

  5. liebes österreich team.bin seit 30 jahren literarisch unterwegs.schreibe mundart u.hochsprache, suche natürlich hin u. wieder nach speziellen ausdrücken,und bin über jede info froh. bin durch zufall auf euch gestossen.ausserdem schreibe ich haikus, bin mitglied der österreich-jap. gesellschaft, und des Stelzhamerbundes.
    herzliche grüße & bleibt gesund !!!!!

  6. liebe Freunde. ich möchte euch als einstand einen soeben fertig- gestellten text von mir zukommen lassen. es grüßt euch josef

    A hoamliche Zeit

    A Zithern spüt a Hackbrett klingt,
    von da Dachrinn Zepfan hängan,
    `s Schilf des duckt si untern Schnee,
    d` Nöwifetzn bis zur Haustür glengan.

    Am See unt glöcklts von de Eisstockring,
    auf d` Höh Kinder schrein und jodln,
    a weisse Woikn staubalt hinter ea
    wanns übern Tiafschnee obirodln.

    In da Nacht hats hauptguat blasn,
    `s Marterl hots scho moast vawaht
    im Woid a Ast am Erdboden knoit,
    vor lauter schwaan und bitter koid.

    A Spur im Schnee zur spatn Stund
    ziagt si zan nahat Winterhoiz,
    `s wird do net scho a Bam erkorn
    aus frommem Sinn und Stoiz.

    Rund ums Dorf wird’s langsam staad,
    boid scho is dumper und maufinster,
    neamd geistert mehr um Hof und Haus,
    oissand schaut vazaubert aus.

    Durch etla Fenster flackert `s Liacht
    va manchem duftend Weihnachtskranz,
    wü zoagn, dass boid was Greßas gschiacht,
    ganz ohne Überschwang und Glanz.

    Ba da Haustür brennt a b`sund`re Kerzn,
    a seltsam´s Liacht aus Bethlehem,
    den weitn Weg hats auffagschafft
    dass ma in Friedn weidagebm.

    Jeds Dachl tragt a weißes Häuberl,
    da Rauch schnurgrad in Hümmi steigt,
    es riacht nach köstlich Weihnachtsstoin
    `s Jahr si boid dem Ende zuaneigt.

    A wengal drucka tuats auf Seel und Brust
    in der so b`sinnlich staadn Zeit,
    und so vü Stundn hat s zan nachidenga,
    jetzt is Weihnacht moast zan glenga.

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