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Faschingsdienstag

Gastartikel von Lieselotte Pliem

Fasching, Karneval und viele andere Namen ließen sich für die Zeit vom Montag nach dem Dreikönigstag bis zum Faschingsdienstag, der das rege Treiben beendet, hier anzuführen.

Karneval, Faschingsdienstag

Länderweit wird dieser Zeitraum gerne von fast allen Menschen angenommen und hat sich auch zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor entwickelt. So ist diese Zeit auch kaum mehr aus dem Jahresgeschehen weg zu denken.

Alois Penz Faschings- und Brauchtumsmuseum:

Wusstet ihr, dass es in Knittelfeld Österreichs erstes Faschingsmuseum gibt, das Interessierten nicht nur weltweite und vielfältige Informationen anbietet, sondern Kindern auch die Möglichkeit zum lustigen Verkleiden bietet?

Tja, die Steirer haben´s eben in sich. Die Pforten stehen allen Besuchern Dienstag und Donnerstag von 15 bis 17 Uhr, aber auch nach telefonischer Anmeldung, offen. Die Preise sind mehr als erschwinglich.

Auf einer riesigen Ausstellungsfläche werden rund 5500 Exponate aus Europa, Kanada, Brasilien, Afrika und den USA präsentiert. Ein Besuch ist also wirklich lohnend.

Fasching von der Antike bis in die Neuzeit:

Fasching wurde bereits im antiken Rom gefeiert. Die Baccanalien (Bacchusfeste) wurden im März zur Verehrung des Gottes Dionysos gefeiert. Wobei festgehalten werden muss, dass das neue Jahr damals im März seinen Beginn nahm. Die Zeit davor wurde der Reinigung gewidmet.

Der Ursprung der vielfach mehr als ausschweifenden Festlichkeiten liegt jedoch in Griechenland. Der römische Senat sah sich 186 vor Christus sogar gezwungen, das wilde Treiben zu verbieten, was sich aber nicht Durchsetzen ließ. Schon damals plagte man sich häufig mit den Folgen von gar zu eifrigen Faschingsaktivitäten.

In den Anfängen der christlichen Zeit wurde der Dienstag vor dem Aschermittwoch zum Beichttag. Dabei hatten sich anständige Christen mit einem vierstündigen Gebet auf die Fastenzeit vorzubereiten. Heute sind wir davon weit entfernt. Vielmehr geht es am Ende der 5. Jahreszeit noch einmal so richtig hoch her.

Die alten Griechen sind uns mit ihrem Treiben also wohl um einiges näher, als wir dies so manches Mal zugeben möchten. Doch unser Heimatland wäre nicht Österreich, hätte es nicht viele eigenständige Bräuche entwickelt.

Der einzigartige Ausseer Fasching hat derart viele Formen entwickelt, dass man mit näheren Ausführungen ganze Bücher füllen könnte. So schreib ich nur: Flinserln, Hexen, Trommelweiber, Musik, Sprüche Kinder und mehr. Hier muss man einfach hinfahren und alles selber erleben.

In Kärnten sollte man seine Bankgeschäfte und Einkäufe lieber auf den Vormittag oder noch besser auf den Montag verlegen, ist der Faschingsdienstag in diesem Bundesland doch ein versteckter Feiertag. Lei Lei wird hier wahrlich überall zelebriert. Ob Autofahren, arbeiten, sich frei genommen haben, dem Faschingstreiben will dort keiner auskommen. Kärnten hat es also in sich.

Die Ebenseer in Oberösterreich können sogar stolz darauf hinweisen, dass ihr Fetzenfasching 2011 von der UNESCO zum österreichischen immateriellen Kulturerbe ernannt worden ist.

Unendlich viel könnte hier noch geschrieben werden. Doch dann wären wir schon längst im Aschermittwoch beim Heringsschmaus.

Das Ende der 5. Jahreszeit wird dem Verbrennen oder Begraben des Fasching eingeleitet. Mit Liebe und Mühe gebastelte Strohpuppen müssen für diese Rituale herhalten. Da sie mit so viel Laster beladen wurden, bleibt ihnen nur der Tod. Auf die Erfindungsreichtümer der Exekutionsformen möchte ich lieber nicht eingehen. Denn, ein bisserl traurig ist die ganze Geschichte schon.

Der nächste 11.11., 11:11 Uhr kommt unaufhaltsam … und dann geht es wieder los mit der Faschingszeit, nur unterbrochen von den Rauhnächten und der Weihnachtszeit.

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