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Elizabeth T. Spira

Gastartikel von Lieselotte Pliem

Heute Abend hab ich mir im Fernsehen eine Doku über Elizabeth T. Spira (Elizabeth Toni Spira) gegönnt. Diese Reise in leider vergangene Zeiten war auch dieses Mal ein Schmunzeln-Abenteuer mit Seelenunterricht der ersten Klasse.

Metapher für Sehnsucht - Elizabeth T. Spira

Hoch intelligent war sie und als Mädchen bezaubernd schön. Die Schönheit passte vielen Männern, der kritische Geist den jungen Damen vielen Herren, weniger.

Berufliche Biografie

Anfang der 1970er Jahre arbeite Toni Spira für das Wochenmagazin profil. Sie machte sich unbeliebt, weil sie geschrieben hat, was Sache war. Schon damals sezierte sie Seelen. Davon war so mancher gar nicht positiv berührt. Gegen Mitte dieses Jahrzehntes wechselte sie zum ORF und wurde Redaktionsmitglied der Dokumentarfilmserie teleobjektiv.

Von Mitte der 1980er Jahre bis 2006 blickte sie mit ihren Alltagsgeschichten – inbesondere den Ostösterreichern – auf den Grund der Seele und brachte an den Tag, was Frau und Herr Österreicher dachte und was ihnen wirklich wichtig war.

Mit ihren anschließenden Liebesg´schichten und Heiratssachen stiftete sie so manche Beziehung, brachte Paare zum Traualtar und freute sich über entstandenes Elternglück. Dabei achtete E.T. Spira nie auf reine hetero Beziehungen. Es war ihr wichtig, jede Spielart der menschlichen Paarbeziehung zu finden und zu zeigen. Auch körperlich nicht zuordenbare Menschen kehrte sie nicht unter den Tisch. Sie ging den Sehnsüchten auf den Grund. Auch hier zeigte sie das reale Leben und nicht das gesellschaftlich gewünschtes und geduldete Leben.

Einsamkeit war für die promovierte Publizistin ein Magnet, der sie geradezu anpeilte und wie selten andere Journalisten zeigte sie Seelenschmerz und Glück des Alltags. Man war von ihren Sendungen berührt, manche peinlich und manche bis ins Mark der Seele getroffen. Für viele Einsame war sie Hoffnung und Erfüllung. Wieder anderen brachte sie vor allem mit ihrer letzten Serie schöne Stunden zum Staunen, Schmunzeln, Lachen, Mund offenhalten und Situationsstudienmöglichkeiten, ohne vor die Türe gehen zu müssen.

In all ihrem Tun war sie immer die Spira, die im fremden Land geboren, wohl schon als Kleinkind gezwungen war, genau auszuloten, wie andere Menschen wirklich tickten … und sie war Jahrzehnte lang liebevolle, einfühlsame Ehefrau und Mutter.

Die Dame wird allen fehlen, die bewusst oder unbewusst berührt werden wollen, aber auch jenen, die gerade vor dem Berührtwerden Angst haben.

Ruhe gut, Elizabeth T. Spira!
Ruhe gut …

Elizabeth Toni Spira – geboren am 24. Dezember 1942 in Glasgow, gestorben am 9. März 2019 in Wien.

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