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Die rätselhafte Welt der Pilze

Es ist zwar heute erst der 4. Juli, aber da ich ein leidenschaftlicher Pilzesammler bin, konnte ich es nicht mehr erwarten, die Früchte des Waldes zu suchen.
Schmackhafter Steinpilz im Unterholz
Also machte ich mich am Vormittag im Schladminger Ortsteil Rohrmoos auf dem Weg. Wo genau, sage ich nicht. Jeder Pilzesucher hat so seine geheimen Plätze.

Eigentlich waren meine Erwartungen nicht allzu groß, ich war eingestellt ein paar Eierschwammerl (Pfifferlinge) zu finden. Aber ich wurde eines Besseren belehrt.

Siehe da, nach ein paar Minuten stieß ich auf 3 Steinpilze. Einer schöner und fester wie der andere. Beinahe unglaublich, da mit Steinpilzen in dieser Lage des Ennstales erst ab Mitte August zu rechnen ist. Umso größer war meine Freude über diese Frühgeburten der Natur.

Da ich gerade in Schreiblaune bin, erzähl ich euch ein wenig Allgemeines über Pilze und Schwammerl.

Was sind eigentlich Pilze genau?

Die Welt der Mykologie ist rätselhaft. Pilze sind geheimnisvolle Lebewesen der Natur, da sie weder der Pflanzen- noch der Tierwelt angehören. Es gibt keine anderen Organismen in der Natur, die so vielseitig sind. Angefangen von besonderer Schönheit bis schleimigen Gebilden. Viele sind gute Speisepilze, während andere gefährliche Gifte enthalten.

Zauberpilze haben eine starke halluzinogene Wirkung. Andere wiederum leuchten in der Nacht (z.B. Hallimasch) und andere sind fleischfressende Wesen (z.B. Schopftintling). Deshalb waren diese Lebensformen den Menschen in der Antike bis ins Mittelalter unheimlich und folglich enstanden viele Mythen und Legenden.

Der oberirdirsch sichtbare Teil des Pilzes ist nur der oftmals kurzlebige Fruchtkörper. Die Aufgabe des Fruchtkörpers ist die Bildung von Unmengen an Sporen, die wiederum vom Wind und Wetter zur Erhaltung der Art verfrachtet werden. Der eigentliche Pilz lebt im Boden als Myzel. Diese bestehen aus einem Gespinst aus langen, oft auch weit verzweigten Fäden und Zellen, die mit Bäumen, Sträuchern und anderen Pflanzen in Symbiose stehen.

Pilze und Schwammerl sind Fäulnisbewohner, da sie sich von organischen oder abgestorbenen Materialien ernähren. Einige Pilzarten ernähren sich direkt von ihrer Wirtspflanze, wobei beide Teile ihren Nutzen ziehen.

Es ist erwiesen, dass Pilze und Schwammerl wesentlich zum ökologischen Gleichgewicht der Natur beitragen. Aus diesem Grund sollen die Fruchtkörper nicht in riesigen Mengen gesammelt werden.

Einteilung der Pilze:

Röhrenpilze:

Sie werden auch Röhrlinge genannt. Im Fruchtfleisch unter dem Pilzhut sind Röhren. Einige Röhrenpilze haben unzählige und kaum sichtbare davon, wobei andere Arten wenige, dafür geweitete Röhren aufweisen. Die Sporen werden an den Innenseiten der Röhren gebildet. Am Stiel der Röhrlinge ist nie ein Ring angewachsen.

Lamellen- und Leistenpilze:

An der Unterseite des Hutes befinden sich Lamellen oder Leisten, welche von weit auseinanderstehend bis ganz eng und kaum erkennbar, vorhanden sind. Lamellen- und Leistenpilze bilden durch diese Formen große Flächen, um möglichst viele Sporen erzeugen zu können.

Nicht Kategorisierbar:

Diese in kein Pilzschema passende Fruchtkörper sind im Aussehen ganz unterschiedlich, von unförmig bis als monströs gewachsene Gebilde.

In allen Kategorien gibt es Speise-, Gift- und ungenießbare Pilze. Meine Sammlerleidenschaft beschränkt sich auf ein paar wenige Speisepilzarten, da ich kein Gesundheitsrisiko eingehen möchte.

Gefährliche Schönheit:

Immer wieder kommt es zu Verwechslungen von Giftpilzen und Speisepilzen. Oft haben diese Irrtümer fatale und sogar tödliche Auswirkungen. Das ästhetische Aussehen oder die Tatsache, dass Schnecken, Würmer und andere Tiere von einem Pilz fressen, hat nichts mit seiner Genießbarkeit zu tun.

Manche Speisepilze können durch Rohverzehr oder wenn sie zu alt sind, zu schwerwiegenden Verdauungsstörungen oder sogar Vergiftungen führen. Daher sollte man immer nur frische und junge Pilze sammeln und gekocht verzehren.

Viel Spaß bei eurer Entdeckungstour in der Natur!

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