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Die Mythologie der 12 Rauhnächte

Gastartikel von Lieselotte Pliem

Sie kommen, die mystischen, die heiligen Zwölf! Die Rauhnächte beginnen mit der Thomasnacht vom 21. auf den 22. Dezember und enden mit der Nacht auf das Fest der Heiligen drei Könige vom 5. auf den 6. Jänner.

Brauchtum der Rauhnächte

Heute in den meisten Gegenden üblich sind aber nur noch vier Nächte, in denen allerlei liebevoll zusammengesetztes Rauchwerk geräuchert wird.

Die Wintersonnenwende leitet am 21. Dezember (seltener am 22. Dezember) nach astrologischer Sicht auch den Winter ein. Dabei erreicht die Sonne auf der Nordhalbkugel die geringste Mittagshöhe über dem Horizont.

Kirchliches und altes, Glaubens(Volks)gut aus längst vergangenen Tagen überschneiden sich in der Vorweihnachtszeit und nach dem Geburtsfest Christi. Viele Geschichten ranken sich um diese Zeit. So manche dieser Geschichten ist zum festen Bestandteil geworden und wird heute noch in vielen Gegenden gelebt.

Brauchtum und rätselhafte Mythologie.

Das schon erwähnte Räuchern ist wohl die wichtigste Handlung in Wohnbereichen und Stallungen. Die Räume sollen dabei gereinigt werden und böse Geistwesen ferngehalten.

Viele Menschen hängen auch keine Wäsche in den Rauhnächten zum Trocknen auf. Ein absolutes Nein gilt dabei für weiße Wäsche! Aus ihr könnten böse Mächte oder in früheren Tagen gar Odin selbst, ein Totengewand für das folgende Jahr für den Besitzer dieser Wäschestücke machen.

Gewarnt wird auch vor nächtlichen Wanderungen oder Spaziergängen in den Rauhnächten. Nicht selten holt auch hier der Tod das Leben.

Besondere Vorsicht ist beim Verweilen unter jedem Baum geboten, aber auch beim Queren dieses Bereiches. Schon viel zu oft hat gerade dort der Hammer des Odin sein Ziel getroffen, so der Volksmund und den Tod oder schwerste Verletzungen gebracht. Eigentlich nicht verwunderlich, da unter Tag bei Bäumen die Bodentemperatur immer etwas höher ist und es darum oft taut. Mit der kommenden Nacht sinken die Temperaturen wieder und dann entsteht Eis.

Auch geht man am Heiligen Abend auf keinen Fall in den Stall! Schon so mancher Bauer hat dort sein Leben verloren, weil das, was die redenden Tiere zu erzählen wussten, so erschreckend war, dass die Zuhörenden der Schlag getroffen hat.

All jene Menschen die sich gerne Rat bei Kartenlegern und Weissagern holten oder gar an Runden teilnahmen, wo man die Kunst des Tischerl Ruckens ausübte, nahmen dazu in keinem Fall Säuglinge und kleine Kinder mit. Wussten sie doch, dass die erfahrenen Weißmagier sie sofort wieder nach Hause geschickt hätten. Die Kleinen galten als besonders verletzlich und angreifbar. Da aber gerade in der Zeit um Allerheiligen und den Rauhnächten alle Tore zur anderen Welt offen oder nie ganz verschlossen sind, konnten sich ungebetene Geister leicht an die Kleinen heranmachen und die Seelen dieser Kinder besetzen. Dieser Gefahr wollte man Kinder niemals aussetzen! Es war denn, man gehörte den Schwarzmagiern an.

Brauchtum, das nicht nur im Alpenraum gelebt wird.

Nicht selten reichen Spuren bis in heutige Tage auch in den englisch sprachigen Raum. Ja, sie sind gefährlich und schön, die Rauhnächte!

Möchte man heute wie dazumal Positives aus dieser Zeit herausholen, überdenkt man das vergangene Jahr, um einen möglichst guten Abschluss finden zu können. Das Gute nimmt man genauso mit ins Neue Jahr wie alle Vorsätze, die man wohl überlegt hat.

Zermürbendes, Aufwühlendes und Verletzendes lässt man zurück und was in Ordnung zu bringen ist, bringt man in Ordnung. Was man hier versäumt, ist oft nicht mehr gut zu machen und viel zu oft merkt man erst zu spät, wieviel man verloren oder gar für immer zerstört hat.

Herzlichst Eure Lieselotte

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