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Burg Strechau

Die Burg Strechau (alpenslawisch: Strachow = Dach, Schutz) in der Gemeinde Lassing ist eine beeindruckende römisch-gotische Festung, wobei Teile der Anlage im 16. Jahrhundert zu einem Renaissanceschloss umgebaut wurden. Sie zählt zu den größten Wehranlagen der Steiermark.

Die von Weitem zu sehende lang gezogene Wehranlage thront auf einem steilen Felsrücken oberhalb einer strategisch bedeutenden Talenge über der Stadt Rottenmann. An der Westseite befindet sich eine Vorburg.

Gegenwärtig werden in der Burganlage Ausstellungen und kulturelle Veranstaltungen abgehalten.

Harald Boesch richtete 1967 im Innenhof eine Oldtimersammlung ein, die von Besuchern besichtigt werden kann. Weiters ist dort der Künstlerkreis Burg Strechau ansässig. Verschiedene geschichtsträchtige Räumlichkeiten können für Feierlichkeiten oder Seminare gebucht werden.

Chronik:

Bereits während der Römerzeit existierte ein Beobachtungsturm. Diese These wird durch Überlieferungen und durch den Fund einer Münze des römischen Kaiser Trajan auf dem Festungsanwesen untermauert. Neben der interessanten Historie ist die Burg Strechau vom regen Besitzwechsel geprägt.

Kaiser Konrad II. schenkte am 9. Mai 1036 dem Erzbistum Salzburg das königliche Gut Laznichoue. Zu diesem Anwesen zählte auch der Felsrücken, wo später die Ende des 11. Jahrhunderts die Wehranlage gebaut und der Adelsfamilie Traungauer übertragen wurde. Die Traungauer setzten für die Dauer deren Periode Burggrafen zur Verwaltung ein. 1192 fiel die Burganlage auf das Erzbistum Salzburg zurück. Zu Beginn des 13. Jahrhunderts hatte das Brüderpaar Rudolf und Konrad von Kindberg die Burg inne.

Um 1250 besetzte der nachfolgende Verwandte Wulfing von Trennstein unterhalb der Festungsanlage einen Hof des Benediktinerstiftes Admont. Ab diesem Zeitpunkt war die Burg zweigeteilt und man sprach von Nieder-Strechau und Ober-Strechau.

In Ober-Strechau lebte Wulfings Verwandter und Ritter Heinrich von Ehrenfels. Da die Trennsteiner lebenslang auf der Burganlage verweilen durften, folgten mehrere Brüderpaare aus dieser Adelsfamilie, die jedoch bald ausstarb.

1281 erhielt der habsburgische Herzog Albrecht I. vom Salzburger Erzbischof Friedrich II. von Walchen die beiden Burgen von Strechau durch einen Tausch mit dem Schloss Trautenfels.

Dadurch war Abt Heinrich II. von Admont mit der Verwaltung der Festungsanlage betraut. Folglich wurde die gesamte Anlage immer weiter ausgebaut. Mehrmals wurde die Burg Strechau von den Habsburger aus finanziellen Gründen verpfändet. Im 15. Jahrhundert wurde das zweigeteilte Burganwesen wieder vereint.

1495 veräußerte Kaiser Maximilian I. die Burg an Siegmund und Heinrich Prueschenk (Grafen von Hardegg), konnte diese jedoch aufgrund eines Rückkaufrechtes bald wieder zurückkaufen.

1527 verkaufte Ferdinand I. Strechau an den österreichischen Schatzmeister Hans Hofmann zu Grünbüchel und Strechau, der den Umbau in ein Renaissance-Schloss in Auftrag gab. Wegen der Rekatholisierung und wegen finanziellen Nöten verkauften nachfolgende Verwandte Hans Hofmanns die Herrschaft Strechaus an das Benediktinerstift Admont. Am 29. Juli 1629 erwarb das Benediktinerstift die Burg mit allen Wald-, Jagd- und Fischereirechten, Einkünften und der Rüstkammer. Unter Abt Urban Weber wurdie die katholische Kapelle und Umbauten durchgeführt. Aufgrund der ab 1848 eingeführten Bezirksgerichten und daraus resultierenden Kompetenzen, welche zuvor in die Zuständigkeit der Burg Strechau fielen, wurde der Besitz für das Benediktinerstift Admont unrentabel. Daher verkaufte Abt Kajetan Hoffmann am 21. September 1892 die gesamte Anlage an Dr. Julius Hofmeier. der das Anwesen weiter restaurierte.

1909 wurde der gesamte Besitz an Dr. Adolf Boesch veräußert. Aus finanziellen Gründen verkaufte die Familie Boesch die Festungsanlage an die Theresianische Akademie. 1938 kam es durch den Nationalsozialismus zur Enteignung und eine Nationalpolitische Erziehungsanstalt (kurz NAPOLA) zog ein. Während der Besatzungszeit nach dem Zweiten Weltkrieg verweilten für kurze Zeit russische Truppen auf der Burg. Danach wurde von englischen Besatzungstruppen ein Kindererholungsheim eingerichtet. 1944 erhielt die Theresianische Akademie die Burganlage wieder zurück.1979 kaufte der Nachfahre von Adolf und Gabriele Boesch, Harald Boesch, das Burganwesen.

Die Sage vom Burgfräuein:

Die Burg Strechau ist von vielen Sagen geprägt. Die Sage vom Burgfräulein zählt zu den Bekanntesten.

„…im späten Mittelalter wartete ein Burgfräulein auf ihren Geliebten der ins Heilige Land zog, um dieses von Ungläubigen zu befreien. Das Fräulein gelobte in ein Kloster einzutreten, sollte der Geliebte nicht mehr zurückkehrte. Trotz dieses Schwurs ehelichte sie einen anderen Mann. Als die Braut zum Fest erschien, verwandelte sich ihr Gesicht in einen Totenkopf und teuflische Gestalten zerrten sie vor den Augen der Gäste in die Hölle hinunter…“

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